iLasik Augenlaserbehandlung - Methode erklärt
Wellenfront gesteuerte Femto-Lasik
iLasik ist ein Begriff, der seit 2009 immer häufiger die Runde macht als "Augenlaser-Verfahren". Dabei ist es an sich gar keine neue Methode, sondern nur die Kombination bereits etablierter und in der Praxis häufig genutzter Techniken, nämlich der Wellenfront-/(Wavefront-)Analyse des Auges (siehe hier) sowie der Femto-Lasik (siehe hier und hier).
Bei der Wellenfront-Analyse (Aberrometrie) wird die Brechkraft des Auges an über 200 verschiedenen Punkten gemessen und so ein sehr genaues Bild von der Beschaffenheit des individuellen Auges erstellt. Dabei wird Licht in das Auge gesendet und anschließend gemessen, was wie an Lichtstrahlen reflektiert zurück kommt. Die reflektierte "Wellenfront" wird dabei an über 200 Punkten von extrem kleinen optischen Sensoren erfasst und ausgewertet. Es entsteht eine so genannte Wellenfrontkarte, ein Profil der Hornhautoberfläche. Das dafür genutzte Gerät nennt sich Aberrometer und ermöglicht es, die Abbildungsfehler des konkreten Auges objektiv und quantitativ zu bestimmen. Bekannte Geräte, die in Augenlaserzentren eingesetzt werden, sind z.B. das WaveScan Wellenfront System mit Hartmann Shack Aberrometer.
Ist ein Auge absolut gesund, d.h. nicht fehlsichtig, dann fällt die Wellenfront sehr gerade aus. Liegt hingegen eine Fehlsichtigkeit vor, dann entsteht durch Brechung und Reflektion eine ungerade Wellenfront. Die Brechungsfehler werden dann in Angaben wie Sphäre und Zylinder übersetzt, die viele Fehlsichtige noch vom Brillenrezept kennen.
Mit der Wellenfrontkarte hat man eine grafische Darstellung der Darstellungsfehler des zu behandelnden Auges. Augenärzte sprechen hier auch gern vom "Fingerabdruck" des Auges und betonen, dass man mit diesem zuvor aufgenommenen individuellen Diagnosebild des Patientenauges eine ebenso individuelle Sehfehlerkorrektur realisieren kann.
Die tatsächliche Augenlaserbehandlung erfolgt dann mit der Femto-Lasik-Technik. Der Femtosekundenlaser erzeugt in der Hornhaut des Auges durch Verdampfung zielgerichtet eine Reihe von Mini-Bläschen aus Gas und Wasser. Tausende solcher Mini-Bläschen aus entsprechend vielen, kurzen Laserimpulsen erzeugen im Inneren der Augenhornhaut dann eine Art "Schnittlinie", an der die Hornhaut "wie ein Toilettendeckel" aufgeklappt werden kann. Dieser Deckel wird auch als (Hornhaut-) "Flap" bezeichnet.
Nachdem dieser Flap präpariert (d.h. mit dem Femtolaser 'ge-laser-schnitten') wurde, wird er aufgeklappt. Nun kann der "normale" Excimer Laser, der auch bei der klassischen Lasik-Augenlasermethode zum Einsatz kommt, das Hauptwerk der Aufgabe des Augenlaserns übernehmen, nämlich die Hornhaut so zu modellieren, dass der Brechnungsfehler korrigiert wird, der zu der eingeschränkten Sicht ohne Sehhilfe führt. Bei Kurzsichtigkeit (Myopie) wird die Hornhaut dabei abgeflacht, bei Weitsichtigkeit eine künstliche Wölbung erzeugt, um die Brechung des Lichts auf das gewünschte Niveau zu bekommen.
Letzte Änderung am Mittwoch, 12. Mai 2010 um 00:37:13 Uhr.