Dioptrien

Was hat es mit den ominösen "Dioptrien" auf sich?

Dioptrie (dtp) ist eine physikalische Maßeinheit zur Bestimmung der Brechkraft von Linsen. Definitionsgemäß beschreibt sie den reziproken Wert der Brennweite einer Linse in Metern. Das bedeutet, je größer die Brechkraft (in Dioptrien gemessen) einer Linse, desto geringer ist die Brennweite.

Konvexe Linsen, die die einfallenden Lichtstrahlen bündeln, besitzen einen positiven Dioptriewert, konkave Linsen einen negativen, da sie die Lichtstrahlen auf der Bildseite streuen.

Der lichtbrechende Apparat des menschlichen Auges, bestehend aus Hornhaut und Linse, gleicht, funktionell betrachtet, mehreren hintereinander aufgereihten konkaven Linsen. Dabei werden die auf das Auge einfallenden Lichtstrahlen gebündelt. Physiologisch liegt der Brennpunkt der kumulierten Brechkraft des lichtbrechenden Apparates direkt auf der Netzhaut, genauer, auf der Macula densa („Gelber Fleck“), der Stelle schärfsten Sehens. In ihr liegen hauptsächlich Zapfen, Sehsinneszellen, die die Verarbeitung von Farbeindrücken ermöglichen.

Die Hornhaut, als stärkstes lichtbrechendes Element des Auges, besitzt eine Brechkraft von 43 Dioptrien. Im Gegensatz zur Brechkraft der Linse ist dieser Wert nicht variabel.

Die Linse ist für die Nah – und Fernakkommodation von entscheidender Bedeutung. Durch die reflektorisch ausgelöste Kontraktion des Ziliarmuskels erschlaffen die Zonulafasern, die der Linse als Aufhängung dienen. Durch die Eigenelastizität zieht sich die Linse kugelförmig zusammen, woraus eine Erhöhung der Brechkraft resultiert.

Bei der Fernakkommodation besitzt die durch die Entspannung des Ziliarmuskels abgeflachte Linse eine geringere Brechkraft. Insgesamt schwankt die Brechkraft der Linse zwischen 18 und 32 Dioptrien.

Durch Myopie (Kurzsichtigkeit; der Augapfel ist auf der optischen Achse des Auges verlängert), Hyperopie (Weitsichtigkeit; der Augapfel ist auf der optischen Achse des Auges verkürzt) und Presbyopie (Alterssichtigkeit, die Krümmungsfähigkeit der Linse lässt im Alter nach) kann sich der Brennpunkt auf der optischen Achse des Auges vor oder hinter die Retina verschieben.

Diese pathologischen Veränderungen unterschiedlichen Ursprungs werden durch Hilfslinsen, häufig durch Brillen und Kontaktlinsen mit unterschiedlicher Dioptrienzahl oder durch eine Laserkorrektur kompensiert. Myopie wird mit Brillen negativer Brechkraft, Hyper- bzw. Presbyopie mit positiver Brechkraft ausgeglichen.


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