RLE-Operation
Linsentausch
Die RLE-Operation (Refraktiver Umtausch der Linse) ist ein chirurgischer Eingriff zur Veränderung der dioptrischen Kraft der Linse, bei der die Köpereigene Linse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt wird. Diese Operationsmethode ist insbesondere für Patienten mit beginnendem Grauen Star geeignet, da sie vorbeugend eingreift und spätere Eingriffe zur Behebung eines manifestierten Grauen Stars überflüssig macht. Ferner kommt diese Methode auch sicher und erfolgsverprechend für Patienten mit einer hohen bis sehr hohen Weitsichtigkeit (+4 dpt) bzw. Kurzsichtigkeit (-10 dpt) in Frage. Unter Umständen ist diese Operationstechnik auch bei älteren Menschen ab 60 Jahren indiziert, die einer Weitsichtbrille bedürfen, jedoch Trageprobleme diesbezüglich haben.
Die RLE-Operation ist ein viertel- bis halbstündlicher Eingriff und kann in örtlicher Betäubung ambulant durchgeführt werden. Der Chirurg arbeitet dabei mit einem Operationsmikroskop und feinem chirurgischem Werkzeug.
Im Überblick wird durch einen kleinen, peripheren Einschnitt die vordere Hülle der menschlichen Linse geöffnet. Durch diese kleine Tunnel-Inzisionsöffnung in der Hornhaut wird ein Ultraschallgerät eingeführt und der Linsenkern zertrümmert. Danach wird der Inhalt der Linsenkapsel mittels Ultraschallsonde abgesaugt. In die geleerte Linsenkapsel wird schließlich eine weiche biokompatible Kunstlinse, meist aus hydrophilem Material auf Akrylbasis, eingesetzt. Die Biokompabilität sorgt dafür, dass die Linse, anders als Kontaktlinsen, weder gepflegt noch gewartet werden muss. Diese ersetzt mit den entsprechenden Dioptrien nun die natürliche Linse.
Das RLE-Operationsverfahren ist nur selten mit Komplikationen verbunden und bietet überdurchschnittlich gute Ergebnisse. Eine Komplikation ist jedoch nennenswert: sollten Teile der Linsenkapsel, namentlich die der hinteren Linsenkapsel als "Stützgerüst" erhalten bleiben, so kann es zu einer Trübung kommen, die allgemein als Nachtstar bekannt ist. Diese Komplikation kommt in der Praxis sehr selten vor und ist mit einem Anschlusseingriff mittels YAG-Laserstrahl sehr gut behandelbar.
Siehe dazu auch www.linsentausch.de.